Bayerisches Staatswappen

Kloster Fürstenfeld

 

Die Gründung des Zisterzienserklosters Fürstenfeld geht auf eine Bluttat Herzogs Ludwig II. (Beiname "der Strenge") zurück, der von 1253 - 1294 regierte. Dieser ließ am 18. Januar 1256 seine Gemahlin Maria von Brabant – entweder aus Eifersucht oder aus politischen Gründen – auf der Burg Werd (bei Donauwörth) enthaupten. Noch in der Tatnacht befiel ihn allerdings bitterste Reue und er begab sich anschließend auf eine Wallfahrt nach Rom zu Papst Alexander IV., um die Absolution zu erlangen. Papst Alexander IV. sprach ihn nicht von dieser Tat frei. Er stellte den Bayern-Herzog vor die Wahl, sich am Kreuzzug zu beteiligen oder ein Kartäuserkloster zu errichten.

Ludwig hat letztere Buße erfüllt und im Jahre 1258 die Zisterziensermönche aus Aldersbach mit der Klostergründung betraut. Diese ließen sich 1263 nach Ansiedlungsversuchen in Aibling und Olching endgültig im Eberhardsgarten bei Bruck "auf dem Felde des Fürsten" endgültig nieder und gründeten das Kloster Fürstenfeld.

Verkehrsgeografische und wirtschaftliche Überlegungen spielten in der Ortswahl für Ludwig eine große Rolle. Schon in der Regierungszeit seines Sohnes, Ludwig von Bayern, wurde das Kloster ein Bollwerk im Westen des wittelbachischen Herrschaftsgebietes.

Nach der Zerstörung im 30jährigen Krieg wurden Kirche und Kloster neu errichtet. Die Kirche wurde 1741 geweiht, die Klosterbauten erst Ende des 18. Jahrhunderts vollendet. Kriegskosten, Kreditaufnahmen der Landesherren bei den Klöstern, der Konvent und natürlich der Neubau von Kloster und Kirche stürzten Fürstenfeld in Schulden, die z.T. mit dem Verkauf der niederbayerischen Hofmarken Walkersaich und Schwindach beglichen wurden.