Bayerisches Staatswappen

EU-Projekte

Hier folgen ausführliche Beiträge zu SmartCV, eMore (samt Fragebogen) und Unity sowie Links zu EPoolice und ISDEP.

 

 

 

 

 

 

Social Media Anti-Radicalisation Training for Credible Voices

 

Hinsichtlich der Gegenmaßnahmen der Online-Radikalisierung, insbesondere der Bedeutung, die soziale Netzwerke nach einem terroristischen Anschlag haben, haben fünf Organisationen innerhalb der Europäischen Union ihre Bemühungen verknüpft, unterstützt vom Prevention of and Fight against Crime Programme of the European Commission Directorate General Home Affairs. Die Expertisen werden von der North East Counter Terrorism Unit of West Yorkshire in Großbritannien, dem Fachbereich Polizei der Hochschule für den öffentlichen Dienst in Bayern, dem European Institute in Bulgarien, der Polizei und Grenzpolizei in Estland, und dem Antiterrorzentrum in Ungarn untereinander ausgetauscht. Diese arbeiten zusammen, um eine gemeinsame Lösung zu finden, um Kommunen zu stärken, radikale oder terroristische Rhetorik in sozialen Netzwerken zu begegnen. Das strategische Ziel wird im Titel des Forschungsprogramms deutlich: Social Media Anti.Radicalization Training for Credible Voices (SMART-CV, Link).

Das Ziel von SMART-CV ist die Entwicklung eines Trainingsprogramms, das an die Bedürfnisse einer Kommune angepasst werden kann und welches eine Grundlage für die Ausbildung sogenannter glaubwürdiger Stimmen im Rahmen einer Deradikalisierung, beziehungsweise einer Prävention der Radikalisierung ist. 

Die Trainingseinheit soll das Bewusstsein für die Bedeutung von sozialen Netzwerken bei der Radikalisierung erhöhen und auch deren Vorteile der Nutzung von sozialen Netzwerken bei der Prävention nach einem lokalen, nationalen und internationalen terroristischen Anschlag herausstellen. Die Zielsetzung dieses Forschungsprojekts stimmt überein mit den Zielen des Prevention of and Fight against Crime Programme  der Europäischen Kommission durch die Stimulation, das Vorantreien und die Entwicklung horizontaler Methoden und Vorgehensweisen, welche für die strategische Bekämpfung und Prävention von Terrorismus notwendig sind. Durch die zur Publizierung von Gegenansichten sind kommunale Teilnehmer, die an dem Programm SMART-CV teilnehmen in der Lage präventiv einzugreifen und Online-Radikalisierung zu minimieren. Da soziale Medien von denjenigen missbraucht werden, die Leute für ihre radikalen Ziele rekrutieren wollen, nutzt SMART-CV dieselben Netzwerke um die öffentliche Sicherheit zu schützen und radikalen einzelnen Stimmen in diesen Netzwerken professionell zu begegnen um einer Radikalisierung anderer Teilnehmer vorzubeugen.

 

Glaubwürdige Stimmen

 

Relevant in diesem Kontext ist, dass Mitglieder der Gesellschaft oder der Kommunen eine wichtige Rolle in der Prävention der Radikalisierung von Einzelnen spielen können. Eine der wesentlichen Aufgaben von SMART-CV ist es, die glaubwürdigen Stimmen (Credible Voices) innerhalb einer Gemeinschaft zu identifizieren, zu unterstützen und zu trainieren. Eine glaubwürdige Stimme ist eine Person, eine Gruppe oder eine Organisation, welche allgemein und offen eine Gemeinschaft, Gesellschaft oder eine Kommune repräsentiert und in der Lage ist, positive Schlüsselnachrichten zu kommunizieren. Sie sollten ihr volles Potential ihrer Reichweite, ihres Einflusses, ihrer Position und ihres sozialen Status ausnutzen, um radikalen Äußerungen in sozialen Netzwerken zu widersprechen und diese zu widerlegen. Dabei sollten sie auf alternative Möglichkeiten hinweisen, positive Diskussionen propagieren, alternative Quellen anbieten und auch auf den Informationsaustausch zwischen der Polizei und der Kommune hinweisen. Als glaubwürdige Stimmen könnten Lehrer, insbesondere Vertrauenslehrer oder Schulpsychologen, lokale religiöse Führer, lokale Wohltätigkeitsorganisationen, Vertreter von Jugendeinrichtungen und andere Vertreter öffentlicher Einrichtungen fungieren, die in der lokalen Umgebung aktiv sind und dort Einfluss haben. Überregional sind auch bekannte Größen aus dem Sport oder dem Showbusiness denkbar. Diese Bandbreite verdeutlicht nur einen Teil der Möglichkeiten von Personen oder Gruppen, welche in der Lage wären, bei der Prävention und der Verhinderung von Online Radikalisierung eine wichtige Rolle zu spielen.

Das Zusammenspiel der verschiedenen Erfahrungen der teilnehmenden Länder wird bei den unterschiedlichen Gegebenheiten einen positiven Einfluss bei unterschiedlichen extremistischen Situationen haben, so dass ein Netzwerk im Informations- und Erfahrungsaustausch entstehen wird. Extremstische Propaganda aus diversen Richtungen kann so sinnvoll eingedämmt werden. 

 

 

 

 

eMore

Das Projekt eMore wurde ins Leben gerufen, um ein Wissensmodell zum Thema online Hasstiraden und offline Hassverbrechen zu entwickeln und zu testen. Dieses Wissensmodell beruht auf einem rundumlaufenden und erweiterten System zur Beobachtung und Berichterstattung, um ein Verständnis für die Phänomene und Trends von Hassverbrechen und Hasstiraden sowohl im Internet als auch im realen Leben zu erhalten. Dies wiederum ermöglicht vergleichende Analysen und die Unterstützung im Kampf gegen hassmotivierte Verbrechen auf nationaler/ EU-Ebene.

Hierfür wird eMore eine Wissensplattform entwickeln, welche für die Zielgruppen zugänglich ist und eine tiefgehende Analyse des Phänomens von online/ offline Hass erlaubt. Diese Plattform wird Daten verarbeiten, die durch einen Crawler gesammelt wurden und die wichtigsten Kategorien im Bereich hassmotivierte Verbrechen beinhalten: Hass gegen Geschlechter, Rassen, Religionen, sexuelle Orientierung und Behinderungen. Zusätzlich wird eine App entwickelt, die es den Bürgern erlaubt, Hassverbrechen zu melden. Diese wird in den 9 Partnerländern getestet: Belgien, Deutschland, Italien, Malta, Nordirland, Portugal, Rumänien, Slowenien und Zypern.

Der erste Schritt zur Entwicklung dieser Plattform ist eine Umfrage zu Erfahrungen mit Hassverbrechen oder Diskriminierungen. Um die Privatsphäre zu schützen, ist dieser Fragebogen anonym und es wird nicht möglich sein, Sie aufgrund Ihrer Antworten zu identifizieren.

 

 

 

 

Unity

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FHVR
Neues EU-Projekt „Unity“ beschäftigt sich mit innovativen Ansätzen im Bereich „Community Policing“

 

 

Der Fachbereich Polizei der Hochschule für den öffentlichen Dienst in Bayern beteiligt sich seit Mitte 2015 am EU-Projekt  „Unity“.


Das auf drei Jahre angelegte Projekt wurde auf Basis des bisher größten Forschungs- und Entwicklungsprogramms der EU, Horizon 2020, ins Leben gerufen und wird dadurch auch finanziert.


Bereits jetzt wurde eine europaweite Bestandsaufnahme im Bereich „Community Policing“ unter „Best-Practice“-Gesichtspunkten initiiert. Dabei sollen Schlüsselfaktoren identifiziert werden, die für den Erfolg von „Community Policing“ maßgeblich sind. In einem weiteren Schritt soll unter Einbeziehung der gewonnenen Erkenntnisse eine App-Anwendung entwickelt werden, die die Kommunikation und die Beziehungen zwischen den Bürgern und den Sicherheitsbehörden verbessert und die modernen Methoden der Kommunikation berücksichtigt. Mit dieser Anwendung sollen auch und gerade die Teile der Bevölkerung erreicht werden, die bislang keinen oder wenig Kontakt mit den Sicherheitsbehörden haben und deren Bestrebungen eher ablehnend oder gar misstrauisch gegenüberstehen. Angestrebtes Ziel ist eine Verbesserung der Sicherheit für alle Bürger einer Gemeinde oder einer Bevölkerungsgruppe.


Neben dem Fachbereich Polizei der HföD Bayern, als deutschem Partner, beteiligen sich Polizeiorganisationen, akademische Einrichtungen und Institute sowie Firmen aus Belgien, Bulgarien, Estland, Kroatien Mazedonien, Spanien und Großbritannien an dem Projekt – insgesamt 17 Organisationen. Die Projektleitung hat das Büro des „Police and Crime Commissioner’s“ der Polizei von West Yorkshire in Großbritannien.


Das Gesamtbudget von Unity beläuft sich auf 4,2 Millionen Euro. Für seinen Beitrag an der Forschungs- und Entwicklungstätigkeit des Projektes stellt die EU dem Fachbereich Polizei knapp 300.000 € zur Verfügung.


Der Leiter des bayerischen Teilprojektes, Dr. Holger Nitsch, ist über den Erfolg der Bewerbung des Fachbereich Polizei für dieses Projekt sehr erfreut und sieht hier eine exzellente Möglichkeit Forschung und praktische Polizeiarbeit gewinnbringend zu kombinieren und gleichzeitig das Vertrauen der Bürger in ihre Polizei zu stärken.

Hier folgen Links zu Unity-Auftritten auf sozialen Netwerken und zur Unity-Website:

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website

 

Kontakt und weitere Informationen: poststelle.ffb(at)pol.hfoed.bayern.de oder Tel.: 08141/408-208

 

 

 

 

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